
Ob geplant oder ungeplant – wenn sich in der Partnerschaft Nachwuchs ankündigt, beginnt das Abenteuer Elternschaft. Wie auch immer: Die Geburt eines Kindes wirbelt das Leben der Eltern ganz schön durcheinander. Der Sprössling braucht Liebe, Fürsorge, Zeit und Aufmerksamkeit. Job und Familie müssen unter einen Hut gebracht werden. Verantwortungsvolle Eltern wollen die Gegenwart und die Zukunft des Nachwuchses klug absichern.
Die aktuelle Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung „Eltern unter Druck“ verdeutlicht, wie sich Väter und Mütter mit Kindern fühlen. Es unterscheidet sich von dem Bild, das die Werbung suggeriert: strahlende Kinder, ein glücklicher Partner, eine attraktive Frau, die scheinbar alles mit links schafft. Der Alltag sieht anders aus: Zeit-, Organisations- und Leistungsdruck prägen diesen. Die eigenen Ansprüche, alles richtig zu machen, die Bedürfnisse der Kinder und die Forderungen der Arbeitswelt machen es Eltern nicht leicht. Bevor sich Paare für Kinder entscheiden, wollen sie sicher sein, dass sie ihnen auch materiell möglichst viel bieten können. Wer in jungen Jahren eine Familie gründet, hat in der Regel noch kein üppiges finanzielles Polster anlegen können. Wenn ein Gehalt durch Erziehungszeiten wegfällt, heißt es, sorgsam mit den Finanzen zu haushalten. Das bedeutet oft Verzicht auf die bisherigen Lebensgewohnheiten. Das Statistische Bundesamt rechnete vor einigen Jahren vor, was Eltern für ihr erstes Kind finanziell aufbringen müssen. Bis zum 18. Lebensjahr sind das rund 100.000 Euro. All das sind Gründe dafür, dass die Elternschaft heute nur eine unter vielen Lebens- und Partnerschaftsformen ist – der Satz von Konrad Adenauer „Kinder bekommen die Leute sowieso“ gilt nicht mehr. Auch die ökonomische Basis der Familie hat sich gewandelt. Die Familie zeigt sich heute in vielen Formen: eheliche oder nichteheliche Verbindung, Ein-Eltern-Familie, Patchwork-Familie.
Dennoch gibt es auch erfreuliche Nachrichten: Der jahrelange Geburtenrückgang ist vorerst gestoppt. Elterngeld, die Diskussion um den „Erfolgsfaktor Familie“ und wirtschaftlicher Aufschwung haben dazu beigetragen. Ohnehin ist die Freude über den Nachwuchs nicht mit Kosten aufzurechnen. Mit guter Planung meistern Eltern ihren neuen Alltag – die Suche nach dem Kindergartenplatz und dem Teilzeitjob, die Diskussion mit dem Partner und den Kampf gegen das schlechte Gewissen, nicht allem gerecht zu werden. Sie wissen: Weder gibt es das perfekte Kind noch die perfekten Eltern.
Staatliche Geldquellen nutzen
„Es ist Zeit für Familie. Und es ist Zeit, noch mehr für Familien zu tun. Kindern geht es nur gut, wenn es auch den Eltern gut geht“, sagte die Bundesfamilienministerin Dr. Ursula von der Leyen, als sie im Februar dieses Jahres die Studie „Eltern unter Druck“ vorstellte. Damit Kinder für Eltern bezahlbar werden, erweiterte die Bundesregierung die Förderung der Familie.
Die wichtigsten Regelungen:
Elternzeit: Mütter und Väter haben das Recht auf drei Jahre Elternzeit. Die können sie jeweils allein oder gemeinsam nehmen. Sowohl die Mutter als auch der Vater darf den Erziehungsurlaub in zwei Zeitabschnitte aufteilen.
Elterngeld: Für alle Kinder, die ab dem 1. Januar 2007 geboren wurden, ersetzt das Elterngeld das Erziehungsgeld. Wer für den Nachwuchs aus dem Beruf aussteigt, erhält zwölf Monate lang 67 Prozent des vorherigen Nettoeinkommens – maximal 1.800 Euro im Monat. Übernimmt auch der andere Partner für eine Zeit die Kinderbetreuung, erhalten die Eltern den Zuschuss für noch weitere zwei Monate. Alleinerziehende erhalten das Elterngeld von vornherein für 14 Monate. Für das Elterngeld sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Stellen zuständig. Auskünfte geben Stadt oder Gemeinde. Der Antrag auf Kindergeld ist bei der Familienkasse des zuständigen Arbeitsamtes einzureichen.
Erziehungsgeld: Für Kinder, die bis Ende 2006 geboren wurden, gibt es – abhängig vom Einkommen – in den ersten zwei Lebensjahren Erziehungsgeld. Es beträgt in den ersten sechs Monaten 300 Euro und sinkt dann stufenweise. Das Erziehungsgeld kann alternativ auch als Budget von 450 Euro monatlich gezahlt werden und endet dann spätestens nach einem Jahr. Zuständig ist das kommunale Versorgungsamt.
Kinderzuschlag: Eltern mit geringem Einkommen haben Anspruch auf einen Kinderzuschlag von bis zu 140 Euro monatlich, und zwar für ein in ihrem Haushalt lebendes Kind (bis zum 25. Lebensjahr), sofern für dieses Kind Kindergeld gezahlt wird. Achtung: Es gilt eine Mindesteinkommensgrenze. Das heißt: Die Eltern selbst müssen mindestens über ein Einkommen oder Vermögen verfügen, das es ihnen ermöglicht, ihren nach dem Arbeitslosengeld II zu errechnenden Mindestbedarf sicherzustellen. Der Anspruch auf Kinderzuschlag entfällt, wenn das Elterneinkommen den gesamten Familienbedarf – also auch den des Kindes – deckt. Die Eltern überschreiten dann die Höchsteinkommensgrenze. Antragsweg: Familienkasse bei der Agentur für Arbeit.
Unterhaltsvorschuss: Alleinerziehende, die vom anderen Elternteil keinen oder einen zu geringen Unterhalt für ihre Kinder bekommen, können Unterhaltsvorschuss erhalten – auch bei ungeklärter Vaterschaft. Ein gerichtliches Unterhaltsurteil ist nicht nötig. Unterhaltsvorschuss gibt es längstens für 72 Monate und bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres des Kindes. Anträge gibt’s bei den örtlichen Jugendämtern.
Für die Kleinen - Das mitwachsende Konto
Nicht nur Oma und Opa schenken ihren Enkeln Geld, auch andere Familienangehörige bringen zu besonderen Anlässen ein Geldgeschenk. Aber auch das Taschengeld will gut aufbewahrt sein. Eine Alternative zum Sparschwein ist das sogenannte mitwachsende Konto, das viele Volksbanken und Raiffeisenbanken anbieten. Anfangs, bis etwa zum siebten Lebensjahr, dient das Konto zum Ansparen. Danach können sie das Konto mit Zustimmung der Eltern bereits für den Zahlungsverkehr nutzen. Aus dem Geldsparen wird mehr und mehr ein Geldverwalten – ein Prozess, der idealerweise mit etwa zwölf Jahren abgeschlossen sein sollte. Das eigene Konto unterstützt die Kleinen, den Umgang mit Geld zu erlernen. Denn das, so bestätigen Experten, geht nur, wenn sie selbst Geld zur Verfügung haben. Mehr Informationen zum „mitwachsenden“ Konto (auch VR-MeinKonto genannt), erhalten Sie bei Ihrer Volksbank oder Raiffeisenbank.
Wissen, was los ist
Das Serviceportal des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend www.familien-wegweiser.de informiert Eltern und Familien entsprechend ihrer individuellen Lebenssituation über Themen wie Förderung, Arbeitswelt, Betreuung und Erziehung sowie Recht.
Zu Versicherungen und Vorsorge berät Sie auch gern Ihre Volksbank oder Raiffeisenbank.
